Stottern - Der Kampf um Worte


Was genau ist Stottern (lat. Balbuties)?

Immer wieder kommen Menschen in unsere Praxis, die aufgrund von Stottern in ihrem Sprechen gehemmt sind. Viele haben das Problem, dass sie wiederholt an Worten festhängen. Zwar wissen sie, was sie sagen wollen und doch haben sie einen gestörten Redefluss. Dies führt zu verschiedenen Sprachproblemen. Wie hört sich stottern an? Und welche Anzeichen machen sich dabei bemerkbar?

  • lautloses Pressen von Anfangsbuchstaben (S———alat)
  • langziehen verschiedener Laute (Ichhhhhhh habe huuuuunger)
  • wiederholen von Wörtern und Buchstaben (H-H-Hallo, alsalsals)

Diese seelisch belastende Sprachstörung ist körperlich bedingt und ist nicht als psychische Krankheit anzusehen. Sie tritt unabhängig von der sozialen und kulturellen Herkunft, vom Bildungsgrad und vom Umgang miteinander innerhalb der Familie auf. Anzumerken ist, dass das Stottern individuell auftritt, da jeder Mensch anders stottert, manche sehr wenig und bei manchen ist es auffälliger.

Des Weiteren kann diese Störung des Redeflusses mit anderen Auffälligkeiten auftreten, welche die Kommunikation zusätzlich stören und erschweren. Zu diesen Erscheinungen zählen zum Beispiel das Blinzeln, Lippenzittern, Schwitzen oder die verschnellerte Atmung. Diese Anzeichen schränken das Selbstbewusstsein stark ein und führt vielen zu Angst. Das kann daraufhin zu Vermeidungsstrategien, bis hin zur Introvertiertheit führen.

Warum stottert man?

Im Gehirn werden verschiedene Aktionen gesteuert, die ein komplexes Zusammenspiel bilden. Viele Menschen leiden unter dem ständigen Stottern beim Reden, welches auf verschiedene Faktoren zu begründen ist, seien es psychologische, neurologische oder genetische Faktoren.

In den letzten Jahren konnten bei Stotternden vermehrt genetische Chromosomenveränderungen nachgewiesen werden. Aufgrund der Tatsache, dass Stottern oft familiär gehäuft auftritt, geht man heute von einer Veranlagung des Stotterns aus. Das bedeutet, dass Stottern vererbt werden kann, aber nicht muss. Eine Vorhersage, unter welchen Voraussetzungen Stottern auf jeden Fall vererbt wird oder nicht, kann nicht getroffen werden.

Bei Stotternden tritt während des Sprechvorgangs eine vermehrte Aktivität in der rechten Gehirnhälfte auf. Diese ist vor allem dann zu beobachten, wenn Stotternde flüssig sprechen. Man geht deshalb davon aus, dass Stotternde ein Gebiet der rechten Gehirnhälfte nutzen, um Sprechunflüssigkeiten zu kompensieren. Da das entsprechende rechtsseitige Hirnareal beim gesunden Sprecher nicht für das Sprechen gedacht ist, ist auch der Kompensierungsmechanismus bei Stotternden nicht hinreichend effektiv, so dass nach wie vor Sprechunflüssigkeiten auftreten.

Traumatische Erlebnisse, Unfälle, besondere Ereignisse oder das Vorliegen von Sprachentwicklungsstörungen sind nicht die Ursache des Stotterns. Sie können aber dazu beitragen es auszulösen und aufrecht zu erhalten.

Gibt es Lösungen, um den Gehirnsalat zu besiegen?

Es kommt drauf an. Es ist sehr selten das Stottern vollständig verlieren zu können. Je früher man mit einer Therapie bei uns beginnt, desto höher sind die Erfolge zu einem geschmeidigen Redefluss. Kontinuierliches Training durch die Therapie verbessert trotzdem des Sprechens und hilft über die Kontrolle des Stotterns. Unsere allgemeinen Ziele der Stottertherapie bei Logolo sind vor allem:

  • dem Stotternden die Angst zu nehmen
  • das flüssige und geschmeidige Sprechen einzuüben
  • physische und emotionale Entlastung
  • die weniger anstrengende Sprechweisen im Alltagsleben zu lehren
  • ein Gefühl für den Sprech- und Atemrhythmus zu vermitteln

Wir bieten unseren Patient*innen die bestmögliche Beratung und Unterstützung, um das Stottern stark zu minimieren, im besten Fall vollständig zu verlieren. Sei es für Erwachsene oder Kinder, unsere Logopäden/-innen passen sich individuell dem Stotterndem an und gehen somit mit verschiedenen Ansätzen bei der jeweiligen Person an.

Sie stottern auch und es stört Sie im Alltagsleben? Dann vergeuden Sie keine Zeit und besuchen uns in einer der drei Praxen in Lichtenberg, Pankow oder Bernau bei Berlin.

Ihr Praxisteam Logolo